12th Day White Mountains / North Conway
 
Um 7:20 Uhr klingelte der Wecker um uns davon abzuhalten unsere Besteigung von Mount Washington zu verschlafen.
Dies war keine leichte Aufgabe.
Gestärkt, von selbst gemachten Sandwiches und Tee vom Motel Office, brachen wir schliesslich gegen 9:00  Uhr auf.
Eigentlich sollte die Anfahrt zum Trailhead nur einige Meilen lang sein, eine Baustelle und die notwendige Umleitung machten uns allerdings einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Nach 45 endlosen, aber durchaus sehenswerten Meilen kamen wir um 10:30 Uhr am Mount Washington Visitor Center an. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Es war nicht die Umleitung, sondern eine vor der Baustelle verpasste Abzweigung schuld an diesem Umweg.
Im Visitor Center wies die Weather Info für den Gipfel eine Visibility (Sicht) von 50ft aus. Auf Nachfrage, ob sich das ihrer Meinung nach noch ändern würde, sagte die Dame an der Info: „Wahrscheinlich nicht... schliesslich ist das unser Motto: Worlds worst Weather“.
Nun, wir konnten nicht sagen wir hätten es nicht gewusst, aber Aufgrund des Wetter und der voran geschrittenen Zeit sahen wir vom Aufstieg ab und fuhren zurück ins Motel.
Dort entstand der Alternativplan: Hurricane Mountain Round und den Kearsarge Trail.
Also hingefahren, dort erstmal am Trailhead munter vorbeigabraust und nach kurzer Suche und zurückfahrens schliesslich eingestiegen.
Es war ein recht steiler Aufstieg, zuerst durch Pinienwald, immer tiefer in den Nebel rein, der sich am Berg gestaut hatte. Es waren nur wenige Hiker unterwegs. Und mangels Sonne und zunehmender Nässe und Wind schwand mit jedem Höhenmeter die Motivation. Kurz vor dem Ziel, wir wollten schon fast umkehren, kamen uns zwei nette ältere Herren entgegen, die uns noch mal Hoffnung machten: „About 5 to 10 minutes... no sight today but if you close the door of the tower you can take a break from the wheater...“ Na das sind doch Aussichten. Also noch die letzten Meter raufgeschnauft und Kurs auf den hölzernen Aussichtsturm genommen (den sah man auch erst wenn man kurz vor ihm stand). Wie versprochen war die Aussichtskabine rundum verglast und völlig winddicht, so dass die Pause mit Sandwiches und Cracker sehr angenehm war.
Die Hütte teilten wir uns noch mit einer ortskundige Wanderin die uns erzählte was wir sehen würden, wenn wir was sehen würden: „Over there is Maine, there is North...“
Nachdem uns die Dame verlassen hatte, der obligatorische Gipfelbucheintrag geschrieben war und zwei weitere Wanderer in der Hütte Schutz gesucht hatten, begannen wir mit dem Abstieg.
Unzählige rutschige Wurzeln und Steine, sowie ein paar vernebelte Fotos später, standen wir wieder am Trailhead. Immerhin: 3,5 h für 2500ft hoch und runter inklusive Pausen.
Auf speziellen Wunsch von mir, nahmen wir im Anschluss, nunmehr zum dritten Mal, den steilen Teil der Hurricane Mountain Road in Angriff. Diesmal fuhren wir durch und genossen die achterbahnartige Abfahrt  auf der Westseite. Über Dunkin Donuts gings zurück ins Hotel.
Hier wurde die Route für morgen neu geplant, schliesslich musste genug Zeit für Ben and Jerry‘s eingeplant werden.
Ein abendlicher Shopping Trip führte uns zu den Eisschrauben im Eastern Mountain Sports und zum Food im Shaw‘s.
Gesättigt von Salat, Sandwiches, Apple Pie und Ben and Jerry‘s entstehen gerade diese Zeilen auf dem Bett im Motel. Wir werden jetzt noch duschen und dann mal wieder nach einem ereignisreichen, langen Tag müde in die Betten fallen.
eastcoast 2008
Dienstag, 14. Oktober 2008